Der Kamin – Faszination des Feuers
Offener Kamin
Weil die Energiepreise immer wieder steigen, wird der Kamin für viele Menschen wieder attraktiv. Man kann durch den Betrieb eines Kamins zum Heizen Geld sparen, außerdem spielt natürlich auch der gemütliche Effekt eine große Rolle. Der Kamin gehört dabei zu den ältesten Heizformen in der Geschichte der Menschheit. Der früheste Vorläufer vom Kamin war die offene Feuerstelle in der Urzeit, die außer zum Zubereiten von Essen bald auch zum Heizen verwendet wurde. Die erste mit dem heutigen Kamin verwandte Vorrichtung war dann der Pfahlbauofen in der Bronzezeit. Dieser war hauptsächlich im Gebiet der Alpen verbreitet und wurde aus Lehm und Steinen gebaut. Auch bei diesen frühen Versionen des Kamins gab es schon das Prinzip, dass die Steine hauptsächlich die Aufgabe haben, die Wärme zu speichern.
Der Kamin als Wärmespeicher?
Im alten Rom wurden unterirdische Heizsysteme gebaut, die aus Rohrleitungen bestanden. In diesen zirkulierte dann durch geschlossene Kohlepfannen erhitztes Wasser. Später kam im Alpengebiet die Entwicklung der Kachelöfen auf, die die Pfahlbauöfen relativ schnell ablösten. Bei diesen wurden Tontöpfe in das Lehmmaterial eingedrückt, wodurch die Wärmestrahlung vergrößert wurde. Danach kam die Weiterentwicklung der Kacheln zu einem Kachelmantel. Die Herstellung der kompletten Ummantelung aus Kacheln wurde erst möglich, als quadratische Kacheln aus runden Schüsseln geformt werden konnten. Dies geschah etwa im 14. Jahrhundert. Der Abzug des Rauchs erfolgte dabei durch Fugen und offene Stellen im Dach. Zu dieser Zeit ließen sehr viele Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Kachelöfen für sich fertigen. Auf die Gestaltung hatten dann im Laufe der Zeit auch die Baustile wie Renaissance, Rokoko und Gotik Einfluss, was auch zu einer immer reichhaltigeren Verzierung der Kamine beispielsweise mit Flachreliefs oder Wappen führte. Der wahrscheinlich älteste noch erhaltene Kachelofen steht heute in der landesfürstlichen Residenz Meran. Dieser stammt wohl aus dem 15. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde als Baustoff für den damaligen Kamin auch zunehmend Backstein statt Naturstein oder Holz verwendet.
Kamin und Holz
Als Brennstoff wurde verstärkt Kohle benutzt, die einen höheren Brennwert/Heizwert, aber auch eine höhere Rauchentwicklung aufweist, weswegen auch die Abzugssysteme für den Kamin optimiert werden mussten. Ab dem 19. Jahrhundert wurden zum Heizen oft Öfen verwendet. Diese Kaminöfen waren meistens offen und so von der Raumluft abhängig. Früher war das unproblematisch, weil durch die damalige schlechte Isolierung viel Frischluft ins Haus kam. Bei der heutigen guten Abdichtung können aber fast nur noch geschlossene Kaminöfen verwendet werden. Die Ableitung des Rauchs vom Kamin erfolgt dann durch einen Schornstein. Dieses Konzept existiert aber auch schon seit einer ganzen Weile. Zum Heizen wird heutzutage statt dem Kamin ja auch meistens eine Zentralheizung verwendet, die ohne Rauch und Geruch Wärme spendet. Trotzdem übt offenes Feuer nach wie vor eine Faszination auf die Menschen aus. Ein Kamin kann heute auch nicht mehr nur mit Holz, sondern auch mit Kohle oder Holzpellets betrieben werden. Wenn der Kamin nur aus Gründen der schönen Optik betrieben wird, kann auch Bioethanol oder Gel zum Betrieb verwendet werden.
© 2012 ofenbau.comCreativ Ofenbau • Ralf Schätzle • Glottertalstraße 1 • 79108 Freiburg • Tel.: 0761/2144747 • info@ofenbau.com